Im 20. Jahrhundert

Die ersten Jahrzehnte des neuen Jahrhunderts sahen einen enormen Bevölkerungsanstieg, so dass sich die Inselbevölkerung zwischen 1900 und 1940 verdoppelte.
Im Juli 1936 putschte General Francisco Franco, zu diesem Zeitpunkt Kommandant der spanischen Truppen auf den Kanarischen Inseln, gegen die aus Republikanern, Sozialisten, Anarchisten und Kommunisten bestehende spanische Volksfront-Regierung. Der Militärputsch mündet in den den Spanischen Bürgerkrieg (1936 – 1939). Vereinzelter Widerstand gegen die Franco-Truppen auf La Gomera wurde, wie im Bürgerkrieg auf beiden Seiten üblich, brutal niedergeschlagen.
Die infolge der internationalen Isolierung verschlechterte wirtschaftliche Lage führte in den 40er und 50er Jahren zu einer erneuten massiven Auswanderungswelle. Die Auswanderer zog es dabei vor allem nach Lateinamerika. Als in den 60er Jahren der Massentourismus auf Teneriffa und Gran Canaria Einzug hielt, gewannen diese beiden Inseln für die gomerischen Auswanderer an Attraktivität.

Als die Touristen schließlich auch La Gomera für sich entdeckten, folgte in den 70er Jahren eine Landflucht aus dem Inselinneren in die sich formierenden Touristenzentren Valle Gran Rey und Playa de Santiago. Während auf diese Weise manche Dörfer regelrecht ausstarben, hat die wirtschaftliche Entwicklung der Insel vom Tourismus profitiert.
Nach dem Tod Francos wurde auf den Kanaren auch eine größere Unabhängigkeit vom spanischen Mutterland ein wichtiges Thema der Politik. Erste Schritte in diese Richtung waren schon zuvor erfolgt. Seit 1912 verfügte jede Insel über eine eigene Selbstverwaltung, einen so genannten Cabildo Insular. 1927 folgte die Aufteilung der Kanaren in zwei Provinzen, wobei La Gomera zur Provinz Santa Cruz de Tenerife kam.
1982 bekamen die Kanaren wie die übrigen 16 Autonomen Regionen Spaniens einen Autonomiestatus. 1986 trat La Gomera als Teil Spaniens der Europäischen Gemeinschaft bei. Das jüngste Großereignis der gomerischen Geschichte ist die Eröffnung des Flughafens im Süden der Insel, 1999.
  • close
  • GEQUO Reisemagazin

    El Hierro – Zeugen der Vergangenheit

    Los Letreros

    Die in Lavafels geritzten Zeichen Los Letreros und der alte Versammlungsplatz El Tagoror sind die hervorstechenden Relikte der, Bimbaches genannten, Ureinwohner El Hierros. Beide Fundstätten liegen in einem unbewohnten, baumlosen Gebiet, dem Steilhang von El Julán im Süden El Hierros.

    Lanzarote – Die Geschichte des Salzes

    Salinas del Janubio

    Heutzutage erfüllen die Meerwassersalinen der Kanaren überwiegend touristische Zwecke. Die meisten der Anlage sind mittlerweile inaktiv, bestechen aber trotzdem mit einer skurrilen Optik

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    Wie verständigt man sich über große Entfernungen, wenn es weder Telefon noch Internet gibt, keine Infrastruktur vorhanden ist und der Fußweg beschwerlich und aufwändig ist? Unwegsame Schluchten, dichte Urwälder und schroffe Felsen erschwerten die Kommunikation zwischen verschiedenen Orten bis hin zur Unmöglichkeit. El Silbo hieß die Lösung...

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    Einst litten die Menschen von La Palma unter einer schrecklichen Dürre. In dieser Situation kam Bischof Jiménez auf die Insel. Er sah das Leid der Menschen und auch ihrer Tiere und die Notwendigkeit, zu handeln. Um die Fürbitte der Gottesmutter zu erlangen, veranlasste er eine Prozession. Und so kam es, dass die Statue der Jungfrau von Las Nieves von eben dort hinab in die Hauptstadt La Palmas getragen wurde.