Nach der Eroberung

Die Verwaltung La Gomeras entsprach dem señorío-Status. Die Herrscher über die Insel hatten demnach die Position eines Grafen und vererbten diese Position in ihrer Familie weiter. Ab 1650 übten die Grafen ihre Herrschaft allerdings nicht mehr selbst aus, sondern überließen dies einem Verwalter, während sie selbst nach Teneriffa übersiedelten.
Spielte zunächst der Sklavenhandel noch eine große Rolle, so änderte sich dies bald zu Gunsten des Zurckerrohranbaus. Nachdem im 16. Jahrhundert der gomerische Zuckerrohranbau nicht mehr international wettbewerbsfähig war, fand eine Verlagerung in Richtung Getreide, Ziegen, Schafe, Wein und Spirituosen statt. Die angespannte wirtschaftliche Lage führte immer wieder zu Auswanderungswellen. Deren Ziel waren vor allem Lateinamerika sowie die anderen Kanarischen Inseln. Erst als sich gegen Ende des 19. Jahrhunderts die Wirtschaftslage durch den Anbau von Tomaten und Bananen besserte, ebbte der Auswandererstrom ab.

Neben der wirtschaftlichen Lage stellten lange Zeit die immer wiederkehrenden Piratenüberfälle eine beständige Belastung dar. So wurde allein San Sebastián dreimal von Piraten niedergebrannt (1571, 1599, 1618). Doch gab es in dieser Zeit auch Erfolgserlebnisse. Hierzu zählt vor allem die Abwehr eines Angriffes auf San Sebastián im Jahr 1743.
Auch im Inneren erlebte die Insel im 18. Jahrhundert Spannungen. Das Jahr 1762 sah einen Aufstand der Inselbewohner gegen die Feudalherren. Grund waren Steuererhöhungen. Doch wie schon früher so wurde auch dieses mal der Aufstand von den Señorios niedergeschlagen.
Deren Ende kündigte sich jedoch bald an. 1812 wurden sie formal abgeschafft. Nachdem sie sich noch einige Zeit hatten halten können, fanden sie 1837 endgültig ihr Ende. Für die Masse der Gomeros änderte sich dadurch jedoch nichts. An die Stelle der alten adeligen Gutsherren traten nun bürgerliche Großgrundbesitzer. Diese »caciques« dominierten die Insel für weitere 100 Jahre.
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