Flora

Auf La Gomera existieren 800 Pflanzenarten, von denen es sich bei 260 um Endemiten handelt, d. h. sie kommen ausschließlich auf der Insel selbst (65), den Kanaren (145) beziehungsweise in
Makaronesien
Makaronesien

Unter dieser Bezeichnung werden die vier im Atlantischen Ozean gelegenen Inselgruppen Azoren, Madeira, Kanarische und Kapverdische Inseln zusammengefasst.

, also auf den Kanaren, den Azoren und Madeira, (50) vor.
Die unterschiedlichen klimatischen Bedingungen auf der Insel führen dabei zu großen Unterschieden hinsichtlich der Verbreitung der verschiedenen Arten. So kommt es, dass man auf der nur 378 Quadratkilometer großen Insel auf verschiedene Vegetationsstufen stößt.
Farn
Der Garajonay-Nationalpark im Zentrum der Insel ist durch den Lorbeerwald, Laurisilva, geprägt. Der immergrüne Lorbeerwald ist eine Art von subtropischem Wald und zeichnet sich durch hohe Feuchtigkeit und stabile Temperaturen aus. In seinem Schatten wachsen reichlich Farne, Moose und weitere für Schattenzonen typische Pflanzen. Anschließend an diesen breitet sich an den Süd- und Westhängen der von Gagelbaum und Baumheide geprägte Heidebuschwald aus. Während der Gagelbaum bis zu 20 Meter groß werden kann, erreicht die Baumheide eine maximale Höhe von 15 Metern. Ab einer Höhe von circa 1.100 Metern tritt die Baumheide dabei nur noch als Strauch auf. In den tieferen Regionen einstmals durch Rodung entfernter Heidebuschwald wurde schon vor längerem gezielt durch Kiefernwald ersetzt. Nachdem sich herausgestellt hat, dass der Boden in diesen Gebieten für die Kanarenkiefer eher weniger geeignet ist, wurden inzwischen Bemühungen gestartet, hier wieder den Heidebuschwald heimisch zu machen.
Distel

Kristallblume
Der trockene Süden und Osten der Insel ist dagegen sehr viel karger. Hier findet man lediglich Pflanzen, die auf geringe Wasserzufuhr eingestellt sind. Hierzu zählen vor allem die Wolfsmilchgewächse wie die Kandelaberwolfsmilch (»cardón«) oder die
Tabaiba
Tabaiba

Balsam-Euphorbie; ein hellgrüner Wolfsmilchbusch

. So schön die 2 bis 3 beziehungsweise bis zu 2 Meter hohen Pflanzen auch anzusehen sind, man sollte es dringend unterlassen, sie zu berühren. Das Problem sind dabei nicht die Stacheln. Doch bricht die Hülle der Pflanzen leicht auf, worauf ein giftiger Saft austritt, der insbesondere in den Schleimhäuten und Augen zu großen Schmerzen führen kann.
Feigenkaktus
Insbesondere im Norden und Westen stößt man auf eine weite Verbreitung der Kanarischen Dattelpalme, aus denen der miel de palma, der Palmhonig gewonnen wird. In den halbfeuchten beziehungsweise halbtrockenen Gebieten der Insel wachsen vor allem Pflanzen der Gattung Aeonium. So findet man im Nordwesten der Insel das Aichryson laxum. Diese Unterart des Mäuseöhrchens zeichnet sich durch dunkelgrüne, stark beharrte Blätter und bis zu 500 goldgelbe Blüten aus. Das Aeonium decorum kommt außer auf La Gomera nur noch auf dem benachbarten El Hierro vor. Die stark verzweigende Pflanze wird maximal 30 Zentimeter groß und besitzt viele kleine, weiße Blüten. Wesentlich größer ist die unverzweigt wachsende Aeonium urbicum, die bis zu 1 ½ Meter groß werden kann und dabei bis zu 50 Zentimeter breite Rosetten bildet.

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