Geologie

Wie alle Kanarischen Inseln so ist auch La Gomera vulkanischen Ursprungs. Die Insel entstieg vor ungefähr 8 bis 12 Millionen Jahren den Fluten des Atlantischen Ozeans und ist damit jünger als Fuerteventura und Lanzarote und älter als ihre westlichen Nachbarn La Palma und El Hierro.
Nach heutigem Wissen führten Bewegungen der europäischen und der afrikanischen Kontinentalplatte zu einem Prozess, in dessen Verlauf der Ozeanboden gestaucht, zerbrochen und ineinander geschoben wurde. Durch die so sich bildenden Risse im Meeresboden konnte Magma aus dem Erdinneren heraustreten und sich im Laufe der Zeit, zunächst unterhalb der Meeresoberfläche, anhäufen. Dieser Prozess setzte vor ungefähr 35 bis 40 Millionen Jahren ein.
Heute ragt La Gomera circa 5.500 Meter über den Meeresboden in die Höhe. Knapp 1.500 Meter davon liegen über der Meeresoberfläche. Der höchste Punkt der Insel ist der Alto de Garajonay (1.487 Meter über dem Meeresspiegel). Das Zentrum der Insel liegt dabei durchschnittlich auf einer Höhe von 800 bis 1.000 Metern. Von hier führen bis zu 800 Meter tiefe Barrancos (Schluchten) hinab zur Küste, die – abgesehen von wenigen Sand- und Kiesstränden – von Steilklippen dominiert wird.

Wie beispielsweise auf Teneriffa, so finden sich auch auf La Gomera so genannte »Roques« (Felsen), die das Produkt von Erosion und Vulkanismus sind und ihre Umgebung wie Zuckerhüte teilweise um bis zu 100 Meter überragen. Diese entstanden, indem Magma in Vulkanschlote eindrang und beim darauffolgenden Abkühlen unterschiedliche Formen bildete. Diese traten ans Tageslicht, da das umliegende Gestein mit der Zeit durch Erosion abgetragen wurde, während das härtere Vulkangestein dem Prozess besser standhielt. Zu den so geformten Naturerscheinungen gehören die Basaltfelsen »Los Órganos« an der Nordküste La Gomeras, die Felsen von Agando, Ojila und La Zarcita, der Roque Cano und La Fortaleza.
In einem nicht unwesentlichen Punkt unterscheidet sich La Gomera allerdings von seinen Nachbarinseln. Anders als diese fand auf La Gomera in den vergangenen 2 Millionen Jahren kein einziger Vulkanausbruch statt. Dies führte dazu, dass landschaftliche Erscheinungen wie Vulkankegel oder erstarrte Lavaströme, die auf jüngere vulkanische Aktivitäten zurückzuführen sind, auf La Gomera nicht vorkommen.
  • close
  • GEQUO Reisemagazin

    El Hierro – Zeugen der Vergangenheit

    Los Letreros

    Die in Lavafels geritzten Zeichen Los Letreros und der alte Versammlungsplatz El Tagoror sind die hervorstechenden Relikte der, Bimbaches genannten, Ureinwohner El Hierros. Beide Fundstätten liegen in einem unbewohnten, baumlosen Gebiet, dem Steilhang von El Julán im Süden El Hierros.

    Lanzarote – Die Geschichte des Salzes

    Salinas del Janubio

    Heutzutage erfüllen die Meerwassersalinen der Kanaren überwiegend touristische Zwecke. Die meisten der Anlage sind mittlerweile inaktiv, bestechen aber trotzdem mit einer skurrilen Optik

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    Wie verständigt man sich über große Entfernungen, wenn es weder Telefon noch Internet gibt, keine Infrastruktur vorhanden ist und der Fußweg beschwerlich und aufwändig ist? Unwegsame Schluchten, dichte Urwälder und schroffe Felsen erschwerten die Kommunikation zwischen verschiedenen Orten bis hin zur Unmöglichkeit. El Silbo hieß die Lösung...

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    Einst litten die Menschen von La Palma unter einer schrecklichen Dürre. In dieser Situation kam Bischof Jiménez auf die Insel. Er sah das Leid der Menschen und auch ihrer Tiere und die Notwendigkeit, zu handeln. Um die Fürbitte der Gottesmutter zu erlangen, veranlasste er eine Prozession. Und so kam es, dass die Statue der Jungfrau von Las Nieves von eben dort hinab in die Hauptstadt La Palmas getragen wurde.