Die Sprache heute

Bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts hinein war El Silbo auf La Gomera weit verbreitet und im Grunde allgemein gebräuchlich. Die Verbesserung der Infrastruktur und das Aufkommen des Telefons führten jedoch dazu, dass schon bald nur noch wenige – und zumeist die Älteren – die Pfeifsprache beherrschten. Auch die Landflucht der Jugend trug zu dieser Entwicklung bei. In den Städten mit ihren kurzen Distanzen und ihrer guten Infrastruktur war der Gebrauch von El Silbo in geringerem Maße notwendig – und auf Grund des städtischen Lärms auch in geringerem Maße möglich – als in den einsamen Schluchten des Inselinneren. El Silbo drohte deshalb das Aussterben.
Die UNESCO nahm die gomerische Pfeifsprache daraufhin 1982 in die Liste der erhaltenswerten Kulturgüter auf. Die gomerische Inselregierung führte El Silbo als Wahlfach an Schulen La Gomeras ein, 1999 wurde es schließlich zum Pflichtfach. Einmal wöchentlich haben die Kinder seither El Silbo. Zunächst versuchen sie, einzelne Töne richtig zu treffen, später sollen sie dann auch ihren Namen und ganze Sätze pfeifen können.
Seit 2005 steht am
Mirador
Mirador

Spanische Bezeichnung für einen Aussichtspunkt.

de Igualero eine Skulptur zu Ehren der Pfeifsprache. 2009 erfolgte die Aufnahme El Silbos in die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO. Im selben Jahr erkannte die EU El Silbo offiziell als Sprache an. Beide Entscheidungen hatten Fördergelder zum Erhalt der Sprache zur Folge. Von allen spanischen Bewerbungen für das UNESCO-Weltkulturerbe 2009 war allein die Bewerbung von El Silbo erfolgreich. Für den Alltag der Menschen hat die Sprache zwar weitgehend an Bedeutung verloren, bei Fiestas findet sie jedoch noch immer rege Verwendung. So finden in Agulo jedes Jahr während der Fiesta de los Piques in der zweiten Junihälfte Streitgespräche in El Silbo statt.
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