Die Technik

Das Pfeifen selbst ist kein Hexenwerk. Man nimmt den Zeige- und den Mittelfinger, krümmt sie zu einem spitzen Winkel und legt sie an die Lippen an. Danach biegt man die Zunge nach hinten, während man die Luft aus dem Mund stößt und die Lippen entweder spitzt oder in die Breite zieht. Mit der anderen Hand kann man derweil die Richtung des Schalls lenken. Voraussetzung für das »Sprechen« von El Silbo ist jedoch, dass man noch alle Zähne hat.
In Abhängigkeit von Tonhöhe und -länge unterscheidet man die einzelnen Silben voneinander, mehrere Silben ergeben ein Wort. El Silbo ist dabei keine eigenständige Sprache, sondern die Übertragung des Spanischen (und bis zur Ankunft der Spanier der Sprache der Ureinwohner) in Pfeiftöne. Den »Silbadores« (Pfeifern) stehen hierzu vier Vokale (a, e, i, o) und vier (ch, k, y, g) Konsonanten zur Verfügung. Diese können sie zu bis zu 4.000 verschiedenen Worten kombinieren. Der konkrete Sinn ergibt sich jedoch häufig erst aus dem Kontext und es verlangt eine besondere Übung, die feinen Nuancen zu erkennen. Bis vor wenigen Jahren ging man noch davon aus, dass El Silbo nur über zwei Vokale verfüge. Erst jüngste Forschungen haben dies revidiert.
Die Lautstärke eines solchen Pfiffs kann bis zu 100 Dezibel erreichen und je nach Windrichtung kann ein Piff Distanzen von bis zu 8 Kilometern überwinden. Über einige wenige Stationen kann so die gesamte Insel innerhalb kürzester Zeit erreicht werden. So wie das Spanische in El Silbo übertragen wird, kann übrigens theoretisch auch das Deutsche in die Pfeifsprache übertragen werden.
  • close
  • GEQUO Reisemagazin

    El Hierro – Zeugen der Vergangenheit

    Los Letreros

    Die in Lavafels geritzten Zeichen Los Letreros und der alte Versammlungsplatz El Tagoror sind die hervorstechenden Relikte der, Bimbaches genannten, Ureinwohner El Hierros. Beide Fundstätten liegen in einem unbewohnten, baumlosen Gebiet, dem Steilhang von El Julán im Süden El Hierros.

    Lanzarote – Die Geschichte des Salzes

    Salinas del Janubio

    Heutzutage erfüllen die Meerwassersalinen der Kanaren überwiegend touristische Zwecke. Die meisten der Anlage sind mittlerweile inaktiv, bestechen aber trotzdem mit einer skurrilen Optik

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    La Gomera – Die Pfeifsprache »El Silbo«

    Wie verständigt man sich über große Entfernungen, wenn es weder Telefon noch Internet gibt, keine Infrastruktur vorhanden ist und der Fußweg beschwerlich und aufwändig ist? Unwegsame Schluchten, dichte Urwälder und schroffe Felsen erschwerten die Kommunikation zwischen verschiedenen Orten bis hin zur Unmöglichkeit. El Silbo hieß die Lösung...

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    La Palma – Bajada de la Virgen de Las Nieves

    Einst litten die Menschen von La Palma unter einer schrecklichen Dürre. In dieser Situation kam Bischof Jiménez auf die Insel. Er sah das Leid der Menschen und auch ihrer Tiere und die Notwendigkeit, zu handeln. Um die Fürbitte der Gottesmutter zu erlangen, veranlasste er eine Prozession. Und so kam es, dass die Statue der Jungfrau von Las Nieves von eben dort hinab in die Hauptstadt La Palmas getragen wurde.