Der Lorbeerwald

Der Lorbeerwald (auch Nebelwald genannt) auf La Gomera ist der größte zusammenhängende immergrüne Feuchtwald weltweit. Es gedeihen dort insgesamt 15 verschiedene Lorbeerarten und unzählige weitere Pflanzen und Bäume. Die immergrünen Lorbeerbäume und -sträucher können bis zu 30 Meter groß werden.
Die dichtesten Lorbeerwälder findet man überwiegend an Steilhängen – in beinahe unzugänglichen Regionen.
Mehr als die Hälfte des Kanarenlorbeers gedeiht auf La Gomera. Kanarenlorbeer ist eine Art aus der Familie der Lorbeergewächse und kommt auf den Kanarischen Inseln, auf Madeira und in Marokko vor.
Beim Wandern durch diesen Wald erleben die Besucher unterschiedliche Sinneseindrücke. Zum Beispiel herrscht dort ein feuchter aber angenehmer Dunst vor, der eine erholende und vitalisierende Wirkung entfaltet. Die Lorbeerbäume sind mit dichtem Moos überzogen. Von den Ästen der Bäume hängen meterlange Flechten herab und erzeugen auf diese Weise eine märchenhafte Dschungelatmosphäre.
Es gibt zwei grundlegenden Bedingungen, welche das Gedeihen der Lorbeerbäume innerhalb des Nationalparks ermöglichen.
1. Auf den Kanarischen Inseln gab es keine mit Europa vergleichbare Eiszeit. Dieser Umstand erlaubte vielen Pflanzenarten (insbesondere dem Lorbeerbaum) einen Fortbestand, wohingegen es in Europa zum Verschwinden dieser Arten kam. Der Lorbeerwald auf La Gomera ist ein Restbestand der uralten subtropischen Lorbeerwälder, die früher auch in den Räumen des Mittelmeers wuchsen.
2. Das Gebiet der Nationalparks ist sehr feucht. Dies hat seinen Grund in der großen Höhe des hiesigen Gebirges. Passatwinde bleiben an der Bergkette hängen und bilden Wolken, welche anschließend kondensieren und einen fast unerschöpflichen Wasservorrat bilden.

Lorbeerbaumarten

Im Folgenden werden vier Lorbeerbaumarten vorgestellt, die im Nationalpark relativ häufig vorkommen:
Azorenlorbeer oder Kanarenlorbeer (laurus azorica)
Kanarenlorbeer ist eine Art aus der Familie der Lorbeergewächse. Es handelt sich hierbei um immergrüne Bäume oder Sträucher, die 15 bis 25 Meter hoch wachsen können. Die Spanier nennen diese Bäume »laurel« (Lorbeer) oder »loro« (Papagei). Ihre Blätter finden als Küchengewürz Verwendung. Azorenlorbeer trägt Früchte, die mit zunehmender Reifung schwarzen Oliven gleichen. Blütezeit ist von Februar bis Mai.
Viñatigo oder Indische Persea (Persea indica)
Diese Bäume werden bis zu 30 Meter hoch. Ihr Holz ist rot-braun und wird als Kanarisches Mahagoni bezeichnet.
Die Persea indica haben die zweitgrößten Blätter im Kanarischen Lorbeerwald. Die Früchte sind etwa 2 Zentimeter groß und ähneln Oliven, welche sich zur Reifezeit blauschwarz färben. Die Blütezeit ist von März bis September.
Til oder Stinkender Lorbeer (Ocotea foetens)
Dieser Baum wird bis zu 30 Meter hoch. Sein Holz ist dunkel, hart und wertvoll. Der etwas befremdliche Name hat der Baum aufgrund seines Holzes, welches einen oftmals unangenehmen Duft verbreitet. Die Früchte sind etwa 2 ½ Zentimeter groß und olivenförmig. Sie befinden sich – ähnlich wie Eicheln – in Bechern und färben sich im Reifezustand blauschwarz. Die Blütezeit reicht von Juni bis September.
Barbusano (Apollonais barbujana)
Hierbei handelt es sich um einen Endemiten der Kanarischen Inseln. Der Baum wird bis zu 25 Meter hoch. Das Holz ist hart und braun-rot und wird als Kanarisches Ebenholz bezeichnet. Es gilt als sehr edel und wertvoll. Die Früchte sind etwa 1 bis 2 Zentimeter groß und olivenförmig. Im reifen Zustand färben sie sich blauschwarz. Die Blütezeit ist von Juni bis September.
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