El Cedro

An der nördlichen Grenze des Garajonay-Nationalparks, auf dem Gebiet der Gemeinde Hermigua, liegt der Nebelwald El Cedro. Durch diesen fließt der gleichnamige Fluss – der einzige auf La Gomera, der ganzjährig Wasser führt, eine Tatsache, die auch im Vergleich zum gesamten Kanarischen Archipel noch beeindruckend ist. Schließlich liegt im Wald auch noch ein kleines Dörfchen, das diesen Namen trägt und Ausgangs- und Zielpunkt zahlreicher Wanderwege ist, selbst aber nicht mehr zum Nationalpark gehört. Hier findet man auch den einzigen offiziellen Campingplatz der ganzen Insel sowie die Bar La Vista.
Das eigentliche Erlebnis dieser sagenhaften Region ist jedoch der Wald. Dichte Nebelschwaden durchziehen den tiefgrünen Wald und hüllen ihn in eine zauberhafte Aura. Die geheimnisvolle Atmosphäre wird noch verstärkt durch baumhohe Erikagewächse, allerlei Moose und Flechten, welche die hier so zahlreich vorkommenden Lorbeerbäume bedecken.
Die vier häufigsten Lorbeerbaumarten, die man hier antreffen kann, sind der Kanaren- oder Azorenlorbeer, die Indische Persea, der etwas seltenere Stinkende Lorbeer und der Barbusano.
Auch der Gagelbaum und die Baumheide kommen hier vor. Der Zedernwacholder allerdings, der bis zu 25 Meter groß werden kann und dem der Märchenwald seinen Namen verdankt, ist nur noch selten anzutreffen. Dafür existieren hier 27 verschiedene Farnarten, von denen manche bis zu 2 Meter groß werden.

Größe ist ohnehin etwas, was diesen Wald auszeichnet. So handelt es sich bei ihm – selbstverständlich – um einen der größten Wälder des Kanarischen Archipels. Der durch ihn fließende Fluss stürzt sich an El Chorro – dem größten Wasserfall der Insel – mehrere hundert Meter in die Tiefe.
Doch nicht nur der Urwald bietet hier manche außergewöhnlichen Eindrücke. Östlich des Dorfes El Cedro befindet sich der Tunnel El Rejo. Der 500 Meter lange Tunnel verbindet den Weiler mit der nahe gelegenen Kapelle
Ermita
Ermita

Einsiedelei als Ort der Andacht und Kontemplation; auf den Kanaren werden auch Kapellen so bezeichnet.

de Nuestra Señora de Guadalupe. Während man durch die Höhle streift, sollte man die Taschenlampe nicht vergessen und auch wasserfestes Schuhwerk sei wärmstens empfohlen.
Eine andere Wanderung führt durch die Schlucht des Flusses zur nahegelegenen Ermita Nuestra Señora de Lourdes und anschließend tiefer in den Nationalpark. Das Gotteshaus erreicht man nach etwa 10 bis 15 Minuten Fußmarsch. Dort gibt es Tische und Bänke, welche zu kurzer Rast einladen. Man kann aber auch dem Flusslauf nach Norden folgend nach Hermigua gelangen.
Im Nebel des Waldes kann es allerdings recht frisch werden. Bei der Kleidungswahl im Vorfeld der Wanderung sollte man dies deshalb unbedingt bedenken.
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